Foodtrends in Hamburg

Öko Wochenmarkt auf der Sternschanze
©Burger vom Streetfood Truck Vincent Vegan

Hamburg ist eine Stadt der Kontraste und scheinbaren Gegensätze, das gilt ganz besonders auch für die Gastro-Szene. So gibt es derzeit in der Elbmetropole so viele Michelin-Sterne-Restaurants wie noch nie – gleichzeitig wird Hamburg immer mehr zum Hotspot für eine junge und experimentierfreudige Food-und Getränke-Szene mit unkonventionellen Konzepten.

Trend zu Regionalität und Nachhaltigkeit

Hamburgs kulinarische Avantgarde liebt regionales, nachhaltig produziertes, mit Liebe hergestelltes Bio-Essen – oder auch Fastfood in Slowfood Qualität. So sind Leidenschaft und eine Portion Idealismus die Hauptzutaten, mit denen die Branche in Hamburg ihre oft handgemachten Speisen und Getränke aus regionalen, saisonalen und ökologischen Produkten in den Markt bringt. Märkte in Hamburg

Hamburger Streetfood-Szene

Inzwischen poppen Streetfood-Märkte überall in der Stadt auf - im Wochentakt findet zum Beispiel sonntags der „Food Truck Market“ auf dem überdachten Parkplatz des Selgros Cash&Carry in Altona  oder dienstags der „Food Lovers Market“ im Überseequartier in der HafenCity statt. Einen entspannten Wochenausklang versprechen außerdem die Macher des Eatstreet Market an der Rindermarkthalle in St. Pauli. Mit dem St. Pauli Nachtmarkt, jeden Mittwoch von 16 bis 22 Uhr, gehören beide Märkte zu den Veranstaltungen, die man einfach besucht haben muss. Die Street Food-Kultur wird auch als „After Work“-Treffpunkt immer beliebter. Kulinarische Inspiration bieten auch Events wie das Food Truck Festival vom 6. bis 9. September auf der Hamburger Reeperbahn in szeniger Atmosphäre. 

Restaurantkonzepte mit regionaler Nordic Cuisine

Viele Restaurants in Hamburg haben sich ebenfalls dem Trend zu regionaler, nachhaltiger und saisonaler Küche angepasst. So auch das Haco mit Chef Björn Juhnke: In gelöster Atmosphäre und puristisch elegantem Interieur genießen dessen Gäste nordische Küche. Das im Mai 2017 eröffnete Restaurant in St. Pauli begeistert mit seinem individuellen Konzept, das sich an casual fine dining orientiert. Die Produkte stammen größtenteils aus dem Hamburger Speckgürtel von Produzenten und Erzeugern aus und um Hamburg. Im Haco wird Nachhaltigkeit groß geschrieben – so kommen auch viele Produkte in Bio Qualität auf die Teller. Damit entspricht das Restaurant dem Trend von saisonalen, nachhaltigen und ökologischen Produkten – und dies auch noch auf eine durchaus schmackhafte Art und Weise. Handgeangelte Jakobsmuschel mit Rogen-Mayonnaise, Stör und Kaviar aus regionaler Teichfischerei des Hamburger Caviar Handelshaus Dieckmann & Hansen, Schweinebauch mit Knusperkruste oder Lammzunge auf Schwarzbrot – Juhnkes Team „kocht von Hamburg in den Norden“.

©Haebel

Auch im hæbel in unmittelbarer Nachbarschaft serviert Gründer und Namensgeber Fabio Haebel raffinierte nordische Küche mit nachhaltigem und saisonalem Fokus. Es werden fast ausschließlich Produkte in Bioqualität verarbeitet und persönlicher Kontakt zu Bauern und Zulieferern gepflegt. Die regionale und weltoffene Küche hat seine Wurzeln in Frankreich und wird kombiniert und beeinflusst von nordischen Elementen. Confierter Wildlachs mit Selleriepüree, getrüffelte Wachteln auf gegartem Chicorée oder Ochsenbacke mit dreierlei Zwiebel werden hier unter anderem in Form eines Menüs kredenzt.

Lateinamerika in Hamburg

Als internationale Handelsmetropole ist die Elbmetropole schon seit Jahrhunderten über den Hafen mit der ganzen Welt verbunden, was am gastronomischen Angebot der Stadt noch immer deutlich spürbar ist. Wer sich also insbesondere durch die südamerikanische Küche probieren möchte, besucht einfach eine von vielen südamerikanischen Küchen in Hamburg. Authentische mexikanische Küche bietet Mexiko Strasse Tanqueria in St. Pauli. Von Mexiko aus geht es weiter nach Peru ins Leche de Tigre. Ebenfalls aus Peru und neu in Hamburg lädt das Maria Magdalena zu kulinarischen Ausflügen auch in andere Länder Südamerikas ein.

The Chug Club - Bar des Jahres 2018

Ob Kiez, Schanze oder Altona, ob Bier, Cocktails oder Wein — die Barszene in Hamburg ist nicht nur legendär, sondern inzwischen auch hochprämiert und international: Für die hochwertigen, kreativen Cocktails in kleinen Größen wurde The Chug Club in der Taubenstraße 13 mit dem Mixology Bar Award zur „Bar des Jahres 2018“ gekürt. Fast nirgendwo sonst bekommt man so gute Drinks wie bei Bettina Kupsa und ihrem Team. Nicht weit davon entfernt werden in der  neuen Fitzgerald Bar & Club die 60er wieder lebendig.

Hamburgs Kult-Biere

Die Hansestadt ist zunehmend bekannt für ihre experimentierfreudige Craft-Beer-Szene. Der Hamburger Oliver Wesseloh, amtierender Weltmeister der Biersommeliers, gab mit seiner Kreativbrauerei Kehrwieder den Impuls für diesen wachsenden Markt. „Wenn verschiedene Pale Ales, vielleicht noch ein Baltic Porter und ein Imperial Stout auf den Tisch stehen: Das ist ein Genusserlebnis! Das ist die Wiederbelebung der Bierkultur!“, so Wesseloh.

Noch vor zwei Jahren bestand das Bier-Angebot in Hamburger Kneipen aus gefälligem Pils einiger weniger Großbrauereien – inzwischen hat sich in der Hansestadt eine experimentierfreudige Craft-Beer-Szene entwickelt. Es gibt viele Brauer, die sich auf die Wurzeln der Braukunst in Hamburg besinnen. Tatsächlich galt Hamburg im Mittelalter als „Brauhaus der Hanse“ - Hamburger Biere verdankten ihre Würze dem salzhaltigen Brackwasser der Fleete. Um 1500 erreichte das Braugewerbe in Hamburg mit rund 600 Brauereien seinen Zenit. Wesseloh und seine Mitstreiter beziehen sich auch auf diese alte norddeutsche Tradition. Zwar gibt es diese ungewöhnlichen und schmackhaften lokalen Biere noch längst nicht überall zu kaufen, aber das befeuert den Trend eher, als dass es ihn bremst. Für lokale Qualität nehmen Hamburgs Foodisten auch gerne einige Mühen auf sich.

©Craftbeerstore Schanzenhöfe - Wim Jansen

Hamburg ist auch gut im „Rum machen“

„Saudade distilled in Hamburg“ – so steht es auf den weißen Tonflaschen, in die Stephan Garbe seinen selbst produzierten Gin Sul abfüllt. Unterdessen reift in alten Laphroagig-Fässern in der Speicherstadt über sieben Jahre lang Whisky mit Hamburger Note: Die Ideen zum Hamburg Malt Whisky kam dem Hamburger Marco Lehmitz auf einer Reise durch Schottland. Und last but not least ist Hamburg auch gut im ‚Rum-machen‘: der Ahoi-Rum von Christopher Stapel ist St. Paulis jüngstes Destillat aus Zuckerrohr - harmonisch verfeinert mit Karamell- und Vanillenote.