Hamburg 05. November 2024 - Auch außerhalb der Weihnachtszeit glitzert es in Hamburg: Glitzer funkelt und flirrt, fasziniert und empört. Er ist auf Bühnen ebenso zu finden wie auf Protestplakaten und in Kinderzimmern. Glitzer ist omnipräsent – und doch ist das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MK&G) weltweit das erste Haus, das diesem Material eine Ausstellung widmet. Vom 28. Februar bis 26. Oktober zeigt das Haus am Hamburger Hauptbahnhof 40 internationale Positionen aus Kunst und Gestaltung zum Thema. Begleitet wird die Ausstellung mit einem umfangreichen Rahmenprogramm aus Filmvorführungen, Ausstellungen und Workshops im Museum und in der ganzen Stadt.
Es glitzert in Hamburg: Ausstellung „Glitzer“ ab 28. Februar im MK&G

Der Schwerpunkt der Hamburger Ausstellung liegt auf Glitzer als Symbol für Zugehörigkeit, Empowerment und Selbstbestimmung und beleuchtet den Einsatz in politischen Kontexten und kollektiven Bewegungen. Rund 40 internationale Positionen aus Kunst und Gestaltung widmen sich Glitzer als Ausdruck der Freude an gesellschaftlicher Vielfalt und kollektiver Ausgelassenheit, als Mittel des Protests, der Performance und Popkultur, als Symbol der Sichtbarmachung marginalisierter Gruppen und des Widerstands gegen Körpernormen. Gezeigt werden unter anderem ein glitzerndes Jugendzimmer der Hamburger Künstlerin Jenny Schäfer, Fotografien von Quil Lemons, Skateboards von Mickalene Thomas, GIFs von Molly Soda, Show-Perücken der Hamburger Designer Karl Gadzali und Mohamad Barakat-Götz für Olivia Jones und ein Bühnenoutfit von Bill Kaulitz. Ab Juni 2025 wird die Ausstellung mit der Rauminstallation „Puff Out“ des türkisch-belgischen Duos :mentalKLINIK um 300 Quadratmeter fuchsiafarbenen Glitzer erweitert.
Dr. Carsten Brosda, Hamburger Senator für Kultur und Medien zur Ausstellung: „Früher war vielleicht mehr Lametta, dafür ist heute mehr Glitzer! Das MK&G widmet diesen winzig kleinen Partikeln, die oftmals ganz große Emotionen provozieren, eine ganze Ausstellung. Glitzer ist mehr als nur funkelnde Dekoration – es ist ein Symbol für Sichtbarkeit."
Besucher*innen sind immer wieder eingeladen, sich zu beteiligen – sei es im Vorfeld der Ausstellung mit der Einsendung von privaten Lieblingsobjekten, durch Ergänzungen wichtiger Glitzer-Ereignisse in einer funkelnden Timeline zur Geschichte des Materials oder selbst gestaltend im D.I.Y.-Raum.
Sechs Kapitel des Glitzerns im MK&G
Die sechs Kapitel der Ausstellung verdeutlichen die vielfältigen, komplexen und teils widersprüchlichen Zusammenhänge, in denen Glitzer auftaucht. In der „Hall of Glitter“ eröffnet sich ein vielstimmiger Glitzerkosmos: Einhörner und Stickeralben, Handyhüllen, Nagellack, Weihnachtsschmuck und Tanzschuhe stimmen die Besucher*innen auf die Faszination für das Material ein. Der Raum „Glitter up!“ untersucht die Rolle von Glitzer in Protesten und der Auseinandersetzung mit Körperidealen, Rollenerwartungen und Sichtbarkeit von marginalisierten Gruppen. Im Kapitel Sparkle and Shine sind Kostüme, Perücken, Nail Art und Videoarbeiten zu sehen. Es geht weniger um Showeffekte als um die fragilen Momente einer Inszenierung von Identität und Kollektivität. Ein Bühnenoutfit von Bill Kaulitz aus der Tokio Hotel-Tour „Humanoid“ 2010 trifft auf extravagante Perücken der Hamburger Wig-Artists Karl Gadzali und Mohamad Barakat-Götz. Großformatig spielt die neonglitzernde Videoarbeit „Style Over Substance“ des australischen Duos The Huxleys mit Glamour und Absurdität.
Für den Raum „Teenage Glitter“ inszeniert u. a. die Hamburger Künstlerin und Fotografin Jenny Schäfer ein funkelndes Jugendzimmer. Das Kapitel „Glitter Craft“ widmet sich dem Selbermachen, dem D.I.Y.. Als günstiges und effektvolles Material eignet sich Glitzer in besonderer Weise für Verzierung und Aufwertung. In der Glittermania – Geschichte des Glitzerns steht Glitzer als Material und Phänomen sowie seine Geschichte, Produktion und Nutzung im Fokus.
Ab dem 5. Juni wird in zwei benachbarten Ausstellungsräumen die ebenso poetische wie immersive Installation „Puff Out“ des türkisch-belgischen Duos :mentalKLINIK gezeigt. Sie besteht aus knapp 20 Staubsaugerrobotern, die so modifiziert wurden, dass sie Glitzer einsaugen und zugleich hinter sich wieder ausspucken. So malen sie ein abstraktes, sich ständig veränderndes „Gemälde“ auf dem pink glitzernden Boden.
Ganz Hamburg glitzert: Rahmenprogramm der Ausstellung
Das vielfältige Begleitprogramm wird in den Ausstellungsräumen, dem Freiraum im MK&G und an verschiedenen Orten Hamburgs veranstaltet. In abwechslungsreichen Formaten und in Kooperationen mit lokalen Initiativen und Akteur*innen soll die Faszination und Freude am Material erlebt, Foren und Räume des Austauschs geschaffen, Menschen zusammengebracht und das widerständige Potenzial von Glitzer diskutiert werden. Unter anderem finden Gespräche, Drag-Führungen, Filmreihen und Glitzerrundgänge zu unterschiedlichen Aspekten von Design, Identität, Politik, Stadtgesellschaft und Gemeinschaft mit Blick auf die Rolle von Glitzer statt.
Der Vorverkauf für Glitzer-Tickets und Gutscheine hat bereits begonnen, erhältlich unter tickets.mkg-hamburg.de und https://www.hamburg-tourism.de/buchen/tickets/eintritt-in-das-museum-fuer-kunst-und-gewerbe/
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