Architektur in Hamburg

(Download durch Klick aufs Bild / Dockland / Erik Recke)

Spannende Kontraste springen dem Hamburg-Besucher ins Auge. Postmoderne Glas- und Stahlfassaden, großbürgerliche Villen vergangener Jahrhunderte, Straßenzüge mit wunderschönen Jugendstilgebäuden, barocke Kirchen, historische Wohnviertel, aber auch herausragende Einzelgebäude bestimmen das Gesicht Hamburgs.

Hamburg ist seit über 100 Jahren für seine mutige Stadtplanung bekannt. Kühne architektonische Entwürfe wie das Chilehaus aus den 1920er-Jahren oder die HafenCity Hamburg setzen neue Maßstäbe für Arbeiten und Wohnen in der Großstadt. In den letzten Jahren wurde viel dafür getan, die Innenstadt zwischen Alster und Hafen noch attraktiver zu machen. Hier entstanden in den 1970er-Jahren bereits die ersten großzügigen Einkaufspassagen, die heute in der neuen Europa Passage und dem neu gestalteten Jungfernstieg ihre Fortsetzung finden. Renommierte Architekturbüros wie Bothe Richter Teherani oder gmp von Gerkan, Marg und Partner stehen für eine ambitionierte Hamburger Architekturszene, die in Deutschland und Europa ihresgleichen sucht.

Architektonische „Perlenkette an der Elbe“ und „Elbmeile“

Der Hafenrand am nördlichen Elbufer zwischen St. Pauli und Oevelgönne wandelt sich seit einigen Jahren zu einem attraktiven Gebäudeensemble mit Büros, Wohnungen, Restaurants und Läden. Entlang der knapp 100 Meter breiten und mehrere Kilometer langen Uferzone wurden alte Hafengebäude umgenutzt und neue, ungewöhnliche Häuser gebaut. Arbeiten und Wohnen mit Blick auf vorbeiziehende Containerschiffe – das ist längst kein Privileg der Blankeneser Villenbesitzer mehr. Diese architektonische Perlenkette unterstreicht die Hinwendung der Metropole zum Wasser und ist heute auch ein touristischer Anziehungspunkt. Ein herausragendes Beispiel von spektakulärer Architektur am Wasser ist das Bürogebäude „Dockland“ von Hadi Teherani an der Van-der-Smissen-Straße.

(Chilehaus / Anke Müller für Union Investment)

Architekturgeschichte im Kontorhausviertel

Das Kontorhausviertel im Süden der Hamburger Altstadt um den Meßberg herum hat als erstes reines Büroviertel auf dem europäischen Kontinent Architekturgeschichte geschrieben. Es entstand in den 1920er- und 1930er-Jahren unter der Ägide von Fritz Schumacher und wird insbesondere durch das Chilehaus, den Meßberg- und den Sprinkenhof geprägt. Heute zählen diese Bauten zu den bedeutendsten Kunstdenkmälern ihrer Zeit und stehen allesamt unter Denkmalschutz. Das Chilehaus mit seiner an einen Schiffsbug erinnernden Spitze stellt die signifikanteste baukünstlerische Leistung des deutschen Backstein-Expressionismus dar, hat die Backsteinarchitektur
der 1920er- und 1930er-Jahre im nördlichen Europa nachhaltig beeinflusst und gehört zudem zu den ersten Hochhäusern in Deutschland. Die Hamburger Speicherstadt und das Kontorhausviertel mit Chilehaus sind für das Unesco-Weltkulturerbe nominiert.

Die Elbphilharmonie

Eine kühne, wellenförmige Glaskonstruktion erhebt sich über dem Kaispeicher A, einem historischen Backsteinmonument an der westlichen Spitze der HafenCity Hamburg. Das ist die Elbphilharmonie, Hamburgs neues kulturelles Wahrzeichen. Die architektonische Vision der Schweizer Stararchitekten Herzog & de Meuron verbindet Tradition und Moderne dort, wo die Hansestadt am authentischsten ist: direkt am Wasser im Herzen der Stadt. Der schillernde Glaskörper der Elbphilharmonie Hamburg begeistert durch brillante Klangräume, kontrastreiche Lichtspiele und spektakuläre Ausblicke auf Elbe, Hafen und Stadt. Die öffentlich zugängliche Plaza ist neben dem großen Saal das Herzstück der Elbphilharmonie, ein Ort der Begegnung für Konzertbesucher und Flaneure, Hamburger und auswärtige Besucher. Im großen Konzertsaal befindet sich das Orchester mitten im Raum, die Ränge sind unregelmäßig ineinander verwoben und schieben sich nach dem sogenannten Weinbergprinzip terrassenförmig zu einem steilen Zuschauerkessel übereinander. Am 11. Januar 2017 wurde die Elbphilharmonie als eine der weltweit besten Konzertstätten eröffnet.