Die Hamburger Museen - ein Überblick

(Download durch Klick aufs Bild / Bucerius Kunst Forum / Kai-Uwe Gundlach)

So hätte Urgroßmutter unter ihrem Mohairjäckchen aussehen können, wenn sie denn eine Hamburger Kiezgröße gewesen wäre: um ihren Hals eine eng geschlungene Perlenkette und auf dem gesamten Oberkörper wilde mythologische Urwaldszenen – tätowiert! Mit diesem Motiv warb das Museum für Kunst und Gewerbe für seine „Tattoo“-Ausstellung und spürte dem modischen Tattoo-Trend dieser Tage geschichtlich und kulturell nach. Auch mit einem Blick auf die traditionsreiche Geschichte der Hamburger Tattoo-Szene, deren Wiege im Hafenmilieu des späten 19. Jahrhunderts zu finden ist.

Im Sinne der Bürger

Das Museum für Kunst und Gewerbe (MKG) ist Teil der genannten Kunstmeile. Sie umfasst neben dem MKG weiter vier renommierte Häuser in fußläufiger Entfernung: Die Deichtorhallen, den Kunstverein, das Bucerius Kunst Forum und in der Mitte die Hamburger Kunsthalle. Durch die Pässe der Kunsthalle, können die Häuser entweder an drei aufeinander folgenden Tagen oder innerhalb eines Jahres besucht werden. Die Preise liegen bei 25 Euro und 36 Euro.

Die Hamburger Kunsthalle - Einst Inbegriff für den Kunstsinn des Hamburger Bürgertums, gilt die 1869 eröffnete Kunsthalle heute als eines der renommiertesten Kunstmuseen der Republik. Die städtebaulich markant platzierte Galerie der Gegenwart ergänzt seit 1996 das Angebot mit ambitionierter Gegenwartskunst. Das Bucerius Kunst Forum der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius liegt mitten in der Stadt, direkt neben dem Hamburger Rathaus. Dort werden jährlich vier hochrangige Ausstellungen zur bildenden Kunst von der Antike bis zur Gegenwart gezeigt.

(Sammlung Falckenberg / ebd.)

Dabei verfolgt das Bucerius Kunst Forum unter dem Titel „Kunst passt immer dazwischen“ ein spannendes Konzept. Es soll die Besucher dazu animieren, auch mal in der Mittagspause ins Museum zu gehen. Denn die Ausstellungsthemen sind so konzipiert, dass sie sich innerhalb einer Stunde erschließen lassen.

Der Kunstverein Hamburg ist einer der ältesten Kunstvereine in Deutschland. Seit 1817 widmet er sich der Präsentation und Vermittlung zeitgenössischer Positionen. So wurden unter anderem Caspar David Friedrich, Arnold Böcklin oder Francis Bacon in frühen Einzelausstellungen vorgestellt. Last but not least: nach ihrer umfangreichen, 17monatigen Sanierung erfüllt die große Nordhalle der Hamburger Deichtorhallen jetzt höchste internationale Anforderungen. Die weitläufigere der beiden Deichtorhallen verfügt über die größte zusammenhängende Ausstellungsfläche für zeitgenössische Kunst in Europa und steht wechselnde Ausstellungen zur Verfügung.

Internationale Hauptstadt der Fotografie

Seit 1999 findet alle drei Jahre in Hamburg die Triennale der Photographie als Gemeinschaftsprojekt der großen Hamburger Kunsthäuser und kultureller Institutionen statt. Ursprünglich initiiert durch den Fotografen, Galeristen und Sammler Prof. C. F. Gundlach, ist die Triennale mittlerweile ein deutschlandweit bedeutendes Fotoevent von internationalem Ruf. Die letzte Triennale fand im Juni- September 2018 statt

Stifter und Sammler

Noch so ein Museum des Hamburger Westens und eine echte Perle in der Reihe der Ausstellungshäuser dieser Stadt ist das Ernst Barlach Haus. Es ist wie ein moderner Flachbau der Anfang 1960er Jahre geschnitten und liegt idyllisch im Jenischpark. Die Museumsleute zeigen dort besonders gern Skulpturausstellungen mit Arbeiten von Tony Cragg oder anderen namhaften Zeitgenossen, die sie lebendig in Beziehung zum Bestand, zu den Skulpturen Ernst Barlachs setzen.

Geheimtipp Sammlung Falckenberg

Elbauf-, Elbabwärts - kein Problem für alle Hamburger. Den Sprung über die Elbe wagen immer noch nur wenige. Und so sind der Kunstverein Harburger Bahnhof, ein junger, frischer Kunstverein, der in einem alten Wartesaal der Bahn untergebracht ist, und die Sammlung Falckenberg, Phönix Fabrikhallen, die seit 2011 zu den Deichtorhallen gehört, immer noch geheime Tipps. Dabei hat Sammler Harald Falckenberg zeitgenössische Kunst auf Weltniveau zusammen getragen. Über 2000 Arbeiten, Schlüsselwerke der amerikanischen Medienkunst von John Baldessari, Jon Kessler und Mike Kelley, zahlreiche Malereien der Hamburger Künstlerpunkszene, von Martin Kippenberger, Albert Oehlen und Daniel Richter. Im Frühjahr darf man sich die Schau „Selbstjustiz durch Fehlkäufe“, Neuerwerbungen der vergangenen drei Jahre, nicht entgehen lassen. Denn das wäre wie ein New York-Besuch ohne hinüberzufahren über den East River nach Long Island City für einen Visite im MoMa PS1. Nach Harburg zur Sammlung Falckenberg sind es nur drei S-Bahn-Stationen vom Hauptbahnhof.

Maritime Museen

Eine ganze Reihe von Museen zeigt die Geschichte des Hamburger Hafens und die Entwicklung der Seefahrt: darunter Hafenmuseum Hamburg, Internationales Maritimes Museum, in dem der ehemalige Journalist und Vorstandsvorsitzende des Axel-Springer-Verlags Peter Tamm seine umfangreiche Privatsammlung zur Schifffahrts- und Marinegeschichte auf 8 Decks / Stockwerken präsentiert. Zwischen Landungsbrücken und Baumwall, wo das Schiffsbugs nachempfundene Verlagshaus Gruner & Jahr seinen schwierigen Kurs steuert und die Touristen mit der Fähre zu den Musicalhäusern „König der Löwen“ und „Wunder von Bern“ über die Elbe setzen, da geht man jeweils über leicht schwankende Stege an Bord der Cap San Diego und des Museumsschiffs RICKMER RICKMERS, einer 97 Meter langen Windjammer.

Typisch Hamburg

Das Hamburg Museum verfügt über die größte stadtgeschichtliche Schausammlung Deutschlands. Als kulturhistorisches Museum bietet es einen Überblick über die wechselvolle Geschichte der Stadt Hamburg von ihren Anfängen um 800 n.Chr. bis zur Gegenwart. Es ist das größte Museum innerhalb der „Stiftung Historische Museen Hamburg“ – ergänzt durch das Altonaer Museum für Kunst und Kulturgeschichte und das Barmbeker Museum der Arbeit. Das Museum für Völkerkunde zählt heute zu den größten Völkerkundemuseen Europas. Es wurde 1879 gegründet und anfangs mit Objekten, die Hamburger Kaufleute von ihren Reisen mitbrachten ausgestattet und zeigt heute mit seinen rund 600.000 Ausstellungsobjekten Kostbarkeiten aus allen Teilen der Welt.

Regional und engagiert

Etwas weiter die Elbe abwärts beschäftigt sich das Altonaer Museum mit der Kunst- und Kulturgeschichte der gesamten norddeutschen Region und im besonderem mit der Elbregion um Altona. Altona ist heute „der“ boomende und politisch aktive Stadtteil im Westen Hamburgs, durch den die wohlhabenden Hamburger Bürger früher aber lediglich mit ihren Kutschen chauffiert wurden, um ihre Landsitze in Blankenese zu erreichen. Das Altonaer Museum hat besonders für seine kleinen Besucher interaktive Ausstellungen parat: die Bauernstube, den Dufke-Krämerladen, die Optische Wunderkammer. „Fokus: Altona“ hingegen, eine Fotografieausstellung, zeigt kritisch die Entwicklung des Stadtteils – Stichwort: erster IKEA-Standort weltweit mitten in einer Stadt - und beschwört in einem anderen Raum wie in einem Poesiealbum mit den Bildern „Quer zum Strom“ des Fotokünstlers Jo Röttgers die Mythen und Träume aller Kapitäne, wenn sie von Zuhause auf ihren Strom Elbe schauen.

Links zu Hamburger Museen

Museum für Kunst und Gewerbe: www.mkg-hamburg.de

Hafenmuseum Hamburg: www.hafenmuseum-hamburg.de

Internationales Martimes Museum Hamburg: www.imm-hamburg.de

Cap San Diego: www.capsandiego.de

Museumsschiff Rickmer Rickmers: www.rickmer-rickmers.de

Altonaer Museum: www.altonaermuseum.de

Ernst Barlach Haus: www.barlach-haus.de

Hamburger Kunsthalle: www.hamburger-kunsthalle.de

Kunstverein Harburger Bahnhof: www.kvhbf.de

Deichtorhallen Hamburg/Sammlung Falckenberg: www.deichtorhallen.de

Bucerius Kunstforum: www.buceriuskunstforum.de

Hamburg Museum: www.hamburgmuseum.de

Völkerkundemuseum: https://markk-hamburg.de/

Triennale der Photographie: www.phototriennale.de

Kunst Meile Hamburg: www.kunstmeile-hamburg.de

Museumsdienst Hamburg: www.kunstmeile-hamburg.de

Museum der Illusionen: https://hamburg.museumderillusionen.de/

Museen im Überblick: www.hamburg.de/museum-hamburg